… engagieren wir uns in unserem Betrieb seit jeher für eine qualifizierte Ausbildung. Für den späteren Berufserfolg ist es dabei enorm wichtig, dass der Nachwuchs auch den Blick für das große Ganze bekommt und lernt, selbständig und eigenverantwortlich zu arbeiten. Doch wie setzt man ein solches Lernziel um? Eine wirklich gute Idee schickte uns dann doch gewissermaßen der Himmel …

Azubi-Projekt als Chance

Im Frühjahr 2017 erkundigte sich die evangelische Kirchengemeinde Spellen-Friedrichsfeld bei uns nach einem Preis für die fällige Renovierung des Gemeindehauses in Spellen. Doch schnell stellte sich heraus, dass die zu erwartenden Kosten das vorhandene Budget sprengen würden. Natürlich wollten wir gern helfen. Gesucht wurde also eine kreative Lösung – und die fand sich sofort: Warum machen wir nicht einfach ein Azubi-Projekt daraus? Wir fragten also Florian Kortmann, Pascal Kulik und Tamba Soukouna, unsere Azubis im 2. Lehrjahr, ob sie sich eine solche Aufgabe zutrauen. Na klar, warum denn nicht? Endlich eine Chance zu zeigen, dass sie bis jetzt was gelernt hatten! Auch der Auftraggeber war einverstanden und los ging’s.

Talente werden entdeckt, wenn sie gebraucht werden

Eine große Hürde stellte sich bereits lange vor dem ersten Pinselstrich: Die eigenständige Erstellung einer Leistungs- und Terminplanung war für die Jungs noch Neuland. Was muss genau getan werden? Welche Materialien werden gebraucht? Farbe? Welche? Wieviel? Abdeckplanen? Klebeband? Die Tücke liegt hier – wie fast immer – im Detail. Und dann die Termine: Wie groß ist der Zeitaufwand? Wann starten wir? Wann ist die Übergabe?

Die Herbstferien sollten es sein, damit die Arbeiten nicht durch die Berufsschule unterbrochen werden. Aber Vorsicht: Da waren in diesem Jahr gleich zwei Feiertage, die berücksichtigt werden mussten! Talente werden entdeckt, wenn sie gebraucht werden – und so wurden auch diese Aufgaben gemeistert. Genau wie die Koordinierung der Teamarbeit und die kleinen Unwägbarkeiten, die sich bei der Umsetzung ergaben. Der eigentliche Anstrich innen inklusive Holzdecken, war dann schließlich das allerkleinste Problem. Und zur Not stand ja immer auch noch unser Altgeselle Günter Bauermann als Ansprechpartner zur Verfügung.

Das Ergebnis kann sich, wie ich finde, sehen lassen: Ein toll renoviertes Gemeindehaus. Ein Küster, der voll des Lobes ist. Ein zufriedener Meister, der gemerkt hat, dass sich eine gute Ausbildung tatsächlich auszahlt. Und drei glückliche Azubis Florian Kortmann, Pascal Kulik und Tamba Soukouna, die zu Recht stolz auf ihre Arbeit sind und Vertrauen in ihre eigene Leistungsfähigkeit entwickelt haben. Klasse!

Oliver Lemm